Der Schinder wurde 2007 geschaffen und stellt einen Waasenmeister dar, der in Ahausen die Abdeckerei betrieb, die vor dem 2. Weltkrieg über 100 Jahre für die Region Bodensee die Tierkadaververwertung übernahm. Das Besondere am Häs ist zweifelsfrei der Kopfputz: Um das lange, zottelige Haar des Schinders darzustellen kam man auf die Idee, Fell in Streifen zu schneiden und dieses auf Stoff aufzunähen. So wird täuschend echt Haar nachgeahmt und gleichzeitig das Hauptprodukt eines Schinders (Fell) dargestellt. Wie die Maske beim Moschtobst jedes Häs zu einem Unikat macht, ist auch jeder Kopfputz in seiner Farbgebung einzigartig. So wird der Gedanke der Gemeinsamkeit trotz unterschiedlichem Aussehen weitergetragen. Das Häs weist weitere Besonderheiten wie die Jakobsmuschel (Ahausen liegt am Pilgerpfad des heiligen St. Jakob) und das rote Leibchen (Sinnbild für die blutige Tätigkeit des Schinders) auf. Auch der Schwanz eines Silberfuchses hat seine Bedeutung: Silberfüchse waren in der damaligen Zeit im Bodenseeraum weit verbreitet und wurden in der Ahauser Abdeckerei am häufigsten „entsorgt“.